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Netzwerkaufbau, Linolschnitt und Monotypie auf Leinwand, 2009, 95x130 cm

                                    

 

Herzliche Einladung zum Besuch der Ausstellung

 

Ilse Lichtenberger

Interaktionen

 

im Freilichtmuseum Ensemble Gerersdorf

vom 9. Juli bis 4. September 2022

 

Eröffnung am Samstag, 9. Juli 2022

um 18 Uhr

 

Begrüßung:

Prof. Gerhard Kisser und Wilhelm Pammer

 

Zum Künstler:

Wolfgang Horwath

 

Eröffnung:

LAbg. Walter Temmel

                                                                                                                                                          Foto: Edeltraud Obersteiner

 

 

Auf ihr Kommen freuen sich Gerhard Kisser und die

Freunde des Freilichtmuseums Ensemble Gerersdorf

 

                                                                                                                                    

 

 

Ilse Lichtenberger

 

 

wurde 1954 in Markt St. Martin im Bezirk Oberpullendorf geboren, wo sie jetzt wieder lebt und arbeitet.

Sie studierte von 1972 bis 1979 Textiles Gestalten und Werkerziehung bei Josef Schulz und Edelbert Köb. Von 2000 bis 2006 absolvierte sie – ebenfalls an der Akademie der Bildenden Künste Wien – ein weiteres Studium, in der Meisterklasse von Gunter Damisch mit den Schwerpunkten Grafik und druckgrafische Techniken. Seit 2004, seit deren Gründung, ist sie Mitglied der Künstlergruppe KG talstation, 2013 wurde sie in die Künstlergruppe Burgenland KGB polychrom aufgenommen. 2009 erhielt sie den Würdigungspreis des Landes Burgenland für bildende Künstler*innen in der Sparte Malerei und Grafik.

Ihre aktuelle Ausstellung bietet vor allem Ilse Lichtenbergers Menschenbildern eine Bühne. Es sind Druckstöcke und Holzschnitte von Menschendarstellungen, die allesamt Verwandte und Bekannte Lichtenbergers abbilden. Die persönlichen Beziehungen zwischen der Künstlerin und den dargestellten Personen spielen allerdings keine Rolle. So tragen drei der Holzschnitte die Vornamen der Abgebildeten, im Unterschied zum klassischen Porträt blicken sie Betrachter*innen aber nicht an, sondern zeigen sich nur im Profil. Die Personen in den lebensgroßen Menschenschnitten wenden Betrachter*innen den Rücken zu, die Menschengruppen in den Human Cuts setzen sich zwar aus Individuen zusammen, treten aber nur mehr als Schablonen auf.

Auf diesem Spiel zwischen Individualität und Anonymität beruhen auch Ilse Lichtenbergers Werkgruppen zu den Themen Kommunikation und (digitale und reale) Netzwerke. Immer wieder neue aktuelle Themen aufzugreifen und sich damit auseinanderzusetzen ist der Künstlerin wichtig. Jüngste politische und gesellschaftliche Entwicklungen – die Pandemie, die Klimakrise, der Krieg gegen die Ukraine und dessen Folgen – ließen die Welt aus den Fugen geraten. Lichtenberger reagiert darauf aber nicht mit vordergründigen Bildern von Leid, Gewalt und Tod, sondern mit aus Linien und Strichen geformten konturierten Gebilden im Wechselspiel mit monochrom gesetzten Bildflächen.

Genauso wesentlich wie eine stete künstlerisch-bildnerische Auseinandersetzung mit dem Zeitenlauf ist für Ilse Lichtenberger, ihr technisches Können auszuloten und weiterzuentwickeln. Für ihre Holz- und Linolschnitte hat sie sich an ihren Werkstoffen mit Schnitz- und Schälmessern körperlich geradezu "ausgepowert". Ihre jüngsten Bilder – Tusche auf Leinwand oder Papier – erfordern Kenntnisse über die Beschaffenheit der Tinten und der Pinsel sowie eine kontemplative Hingabe und Genauigkeit beim Zeichnen und Malen.

Dr. Sabine Kritsch-Schmall

 

www.ilselichtenberger.at

 

 

 

                     

Foto:Edeltraud Obersteiner